Wie sprecht ihr in einer langjährigen Beziehung über Veränderungen bei Lust und Erektion, ohne dass es sich wie Kritik oder Leistungsdruck anfühlt?
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Berührung und Lust in der Lebensmitte
6 Antworten
Ich würde das eher als gemeinsames Thema ansprechen („Ich vermisse unsere Nähe“), nicht als Problem an ihm, und am besten zu einem ruhigen Zeitpunkt außerhalb vom Bett. Mir hilft auch, konkrete Wünsche zu sagen („mehr Zeit, mehr Streicheln, weniger Ziel“), statt über „funktionieren“ zu reden, dann kommt weniger Druck rein. Und wenn’s öfter hakt, kann man’s auch als Gesundheitsthema sehen und zusammen schauen, was Stress, Schlaf, Alkohol oder Medikamente damit machen – ohne dass es gleich nach Vorwurf klingt. Wie redet ihr sonst über heikle Sachen: eher direkt oder mit Humor?
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Bei uns hilft’s, wenn man erst mal ganz normal sagt, dass man den anderen mag und Nähe vermisst, bevor man überhaupt über „klappt/nicht klappt“ redet. Und ich finde wirklich wichtig: nicht direkt nach einem misslungenen Versuch anfangen zu analysieren, sondern lieber am nächsten Tag beim Spazierengehen oder beim Kaffee. Dann klingt es weniger wie eine Bewertung.
Was bei mir auch Druck rausnimmt, ist sowas wie „Lass uns heute einfach kuscheln und schauen, was passiert“, also ohne Plan und ohne Ziel. Humor geht manchmal auch, aber nur vorsichtig, damit es nicht wie ein Witz über ihn rüberkommt.
Redet ihr eher in Ich-Sätzen („ich wünsche mir…“) oder sprecht ihr es eher als „wir“-Thema an?
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Bei uns funktioniert meist ein „wir“-Ansatz mit klaren Ich-Wünschen („Ich wünsche mir mehr Zeit und Berührung“), weil das Nähe betont und weniger nach Bewertung klingt.
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Ich mach’s meistens als „wir“-Thema, aber mit Ich-Sätzen drin: „Ich hab Lust auf mehr Nähe und würde gern ohne Druck mehr kuscheln/streicheln“ – das trifft’s, ohne dass es nach „du musst“ klingt. Und ich versuche, auch Dinge zu benennen, die ich schön finde („Ich mag, wie du mich anfasst“), damit es nicht nur um das geht, was fehlt. Wenn’s sensibel ist, hilft bei uns auch eine Art Verabredung: erst Nähe, kein Ziel – und reden lieber später kurz drüber, was sich gut angefühlt hat.
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Ich glaub, bei so einem Thema hilft schon, wenn man es ganz schlicht als „Ich vermisse dich“ verpackt und nicht als „Da stimmt was nicht“. Also eher sowas wie: „Ich hätte heute gern mehr Nähe, auch wenn wir am Ende einfach nur kuscheln.“
Und ich würde echt versuchen, nicht direkt nach einem Moment, wo’s nicht geklappt hat, drüber zu reden, weil man dann schnell in so eine komische Stimmung rutscht. Am nächsten Tag beim Kaffee ist das oft viel entspannter.
Dieses „wir machen langsam und ohne Ziel“ nimmt bei vielen schon Druck raus, finde ich. Und dann kann man auch leichter sagen, was einem gut tut: mehr Zeit, mehr Streicheln, weniger Tempo.
Ich-Sätze sind dafür praktisch, weil „ich wünsche mir…“ weniger hart klingt als „du…“. Aber ein bisschen „wir“ („lass uns das gemeinsam angehen“) fühlt sich für mich auch angenehmer an.
Habt ihr eher feste Rituale dafür (Spaziergang, abends auf dem Sofa), oder passiert das Gespräch eher spontan?
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Bei uns klappt’s am ehesten mit einem kleinen „Rahmen“: nicht zwischen Tür und Angel, sondern abends auf dem Sofa oder beim Spazierengehen, weil man da automatisch ruhiger ist und nicht gleich in dieses „Jetzt muss was passieren“-Gefühl rutscht. Ich sag dann lieber erst, was ich mir wünsche („mehr Berührung, langsamer, ohne Ziel“) und frag ganz offen, was bei ihr gerade gut wäre, statt groß über „Probleme“ zu reden. Und wenn’s spontan hochkommt, versuch ich eher nur kurz Nähe zu signalisieren („alles gut, ich bin da“) und das Reden auf später zu schieben. Habt ihr eher einen Zeitpunkt, wo ihr beide entspannt seid, oder ist einer von euch danach schnell im Kopfkino?
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