Seit ein paar Monaten merke ich, dass meine Lust viel stärker schwankt als früher – manchmal habe ich richtig Nähe-Bedürfnis, manchmal gar nicht. Ich frage mich, wie ihr das in einer längeren Beziehung ansprecht, ohne dass es gleich nach „Problem“ klingt. Und habt ihr kleine Dinge, die euch helfen, wieder mehr in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen?
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Lust schwankt seit einiger Zeit – wie sprecht ihr darüber?
6 Antworten
Ich würde das eher als „so ist es gerade bei mir“ ansprechen und nicht als Defizit: also sagen, wann du Nähe willst und wann eher nicht, und dass beides nichts mit dem Partner als Person zu tun haben muss. Uns hat geholfen, feste „Kuscheleinheiten“ zu haben, bei denen klar ist, dass daraus nichts entstehen muss – das nimmt Druck raus und macht’s oft leichter, wieder Lust zu bekommen. Für den Kontakt zum Körper sind bei mir so einfache Sachen wie warm duschen/baden, ein kurzer Spaziergang ohne Handy oder bewusstes Atmen/Dehnen abends erstaunlich wirksam. Wie reagiert dein Partner bisher, wenn du mal weniger willst – eher verständnisvoll oder schnell verunsichert?
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Ich kenne dieses Auf und Ab auch als ganz „normales Leben“: mal ist man voll im Kopf, mal eher bei sich, und dann fühlt sich Nähe halt unterschiedlich an. Ich würde es wirklich schlicht sagen, so nach dem Motto: „Heute brauche ich eher Kuscheln/Heute brauche ich eher Abstand“, ohne großes Erklären.
Was bei uns den Ton entspannter macht, ist so ein kleines Check-in am Abend: einmal kurz fragen „Wie viel Nähe ist heute gut für dich?“ – klingt simpel, aber nimmt dieses Rätselraten raus. Und für den Körperkontakt helfen mir eher die langweiligen Klassiker: warme Dusche, frische Bettwäsche, einmal kurz eincremen, oder fünf Minuten strecken, bevor man ins Bett geht.
Wie ist dein Partner denn so, wenn du sagst „heute nicht“ – kann er das stehen lassen, oder wird er dann schnell still/gekränkt?
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Ich würd’s als gemeinsames „Ampel-Update“ machen: grün/gelb/rot für Nähe heute, ohne Rechtfertigung, und dazu klar sagen „hat nix mit dir zu tun“, damit nicht gleich Kopfkino losgeht. Wenn er bei „heute nicht“ schnell dichtmacht: könnt ihr euch auf ein kleines Ersatzritual einigen (5 Minuten halten/kuscheln), damit keiner sich abgewiesen fühlt?
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Vielleicht probiert ihr mal abends eine kurze „Ampel“ (grün/gelb/rot) für Nähe plus ein fixes Ersatzritual bei Rot (z.B. 2 Minuten Umarmen), damit es nicht wie Ablehnung wirkt – wäre dein Partner für so eine klare, einfache Abmachung offen?
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Ich find die Ampel-Idee echt alltagstauglich, weil sie ohne großes Erklären auskommt und trotzdem Klarheit bringt. Bei uns hat geholfen, das in einem ruhigen Moment zu besprechen („Ich schwanke gerade, das hat nicht automatisch was mit dir zu tun“) und dann ein kleines „Rot-Ritual“ zu verabreden, damit Nähe nicht komplett wegfällt, aber auch kein Druck entsteht. Für den Körperkontakt sind’s bei mir eher so Mini-Sachen: kurz eincremen, warm duschen, fünf Minuten dehnen oder einfach mal bewusst langsam atmen, bevor man ins Bett kippt. Ist dein Partner eher der Typ, der mit so einer simplen Absprache entspannter wird, oder braucht er mehr Worte/Versicherung?
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Ich würde das echt in einem neutralen Moment ansprechen, nicht erst „wenn’s passiert“. So in Richtung: „Mir fällt auf, dass meine Lust gerade wellenförmig ist, ich mag dich trotzdem/gerade deshalb – und ich will, dass wir da ohne Druck drüber reden können.“ Wenn man das vorher einmal ruhig setzt, klingt’s weniger nach „Problem“ und mehr nach Info, wie du grad tickst.
Die Ampel find ich super, und ich würd’s noch mit zwei, drei konkreten Beispielen verbinden: Grün = gern mehr als Kuscheln, Gelb = Nähe ja, aber langsam/ohne Ziel, Rot = heute nur Kurzritual. Und dann wirklich ein kleines „Rot-Ritual“ fest vereinbaren (2 Minuten Umarmen, zusammen Tee machen, Hand halten im Bett), damit es nicht nach Abweisung rüberkommt, aber du trotzdem safe bist.
Für „wieder mehr Körper spüren“ helfen mir so Mini-Dinger, die nicht gleich nach Selbstoptimierung schreien: einmal am Tag bewusst langsam eincremen, kurz Musik an und 1 Lied lang nur bewegen/strecken, oder im Bett einmal von Kopf bis Fuß durchgehen „wo ist gerade Spannung, wo angenehm“. Und manchmal ist’s auch eher Nervensystem als „Lust“: früher schlafen, weniger Handy abends, bisschen Wärme (Wärmflasche/Bad) – das macht bei mir mehr als man denkt.
Wenn dein Partner bei „heute nicht“ schnell still wird: wird er dann eher verletzt, oder zieht er sich zurück, weil er nicht weiß, was er stattdessen tun soll?
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